Yoga Tradition

Das Wort Yoga stammt von der Wurzel yuj=vereinen, verbinden, anjochen ab. Es meint das Verbinden unseres Geistes, des Körpers und der Seele mit der höchsten Kraft. Yoga ist keine Religion, sondern eines von sechs traditionellen philosophischen Systemen Indiens, das die Gesundheit des Menschen auf allen Ebenen anstrebt: seelisch, körperlich und geistig. Diese jahrtausendalte Wissenschaft führt den Menschen zu Gesundheit, Freiheit von geistigen Grenzen sowie der Freiheit von inneren und äußeren Zwängen. Diese Freiheit befähigt den Menschen, gleichmütig das Leben in allen seinen Aspekten zu betrachten und in Harmonie mit seiner Umwelt zu leben.

Ashtanga Yoga

Der Begriff Ashtanga heißt wörtlich übersetzt: Ashtau (Acht) Anga (Glieder) = Acht Glieder. Diese Acht Glieder wurden von dem Weisen Patanjali erstmals schriftlich in 195 Yoga Sutren festgehalten.

Über Patanjali ist wenig bekannt, und es wird vermutet, dass er in der Zeit von 200 v. Chr. bis 400 n. Chr. lebte. Diese Acht Glieder bilden das philosophische Fundament des Yoga:

1. Yama (allgemeine ethische Gebote)
2. Niyama (Regeln des Alltagsverhaltens)
3. Asana (Körperübungen)
4. Pranayama (Regulierung des Atem)
5. Pratyahara (Zurückziehen der Sinne)
6. Dharana (Konzentration)
7. Dyhana (Meditation)
8. Samadhi (vollkommene Erkenntnis)


Geschichte

Die Wurzeln des Ashtanga Vinyasa Yoga so wie wir es heute praktizieren, gehen auf Shri Tirumali Krishnamacharya zurück, welcher Anfang des letzten Jahrhunderts siebeneinhalb Jahre bei seinem Guru Rama Mohan Brahmachari im Himalaya lebte und von ihm Yoga und Pranayama lernte. Danach ging Krishnamacharya nach Mysore und unterrichtete Yoga am Mysore Palace. Shri K. Pattabhi Jois (Guruji) traf seinen Lehrer Shri T. Krishnamacharya 1927 in Mysore und war bis 1945 sein Schüler. Er unterrichtete viele Jahrzehnte Ashtanga Vinyasa Yoga in Mysore und starb am 18. Mai 2009 im Alter von 94 Jahren. Sein Enkel Shri R. Sharath unterrichtet weiter in seiner Tradition in Mysore.

Ashtanga Vinyasa – Yoga Methode

Die Methode des Ashtanga Vinyasa unterscheidet sich von vielen Yogaformen durch Vinyasa. Vinyasa bedeutet: Synchronisierung von Atmung und Bewegung in der Asanapraxis. Das Vinyasasystem verbindet die Körperstellungen (Asanas) zu einer fließenden Sequenz, in der jede Position 5 Atemzüge gehalten wird.
»Oh Yogi, don’t do Yoga without Vinyasa«
(Vama Richi)


Tristana: Ujjayi – Bandha – Dristi

Ujjayi Atmung

Während der gesamten Praxis wird der Atem durch die sogenante Ujjayi Atemtechnik reguliert – ein klangvolles Atmen durch die Nase bei geschlossenem Mund.

Bandha

Wenn die Bewegung mit der Ujjayj-Atmung synchronisiert und gleichzeitig die Energieverschlüsse Mula Bandha und Uddiyana Bandha aktiviert sind, wird eine starke innere Hitze erzeugt.Diese Hitze reinigt Muskeln und Organe, scheidet ungewollte Gifte aus und verbrennt unnötiges Fett. Das durch die Atmung aufgenommene Prana (Lebensenergie) wird durch die Bandhas im Körper gehalten.

Dristi

Für alle Asanas ist der Blickpunkt bzw. Konzentrationspunkt festgelegt und ermöglicht uns, fokussiert und diszipliniert zu praktizieren. Wir können durch den Dristi den »inneren Prozess« beobachten und unsere Sinne zurückziehen, anstatt mit unseren Gedanken und unserer Wahrnehmung nach außen abzuschweifen.

Alle drei Elemente zusammen, Ujjayi-Atmung, Bandha und Dristi, lassen den Übenden die Essenz des Yoga erfahren. Aus einer rein physischen Bewegungssequenz wird eine energetische Praxis, die uns auch auf mentaler Ebene verändert.

Asana Praxis

Ashtanga Yoga ist in 6 Serien von Körperstellungen (Asanas) gegliedert. Die erste Serie wird Yoga Chikitsa (Yoga Therapie) genannt und ist eine ganzheitliche Übungseinheit, welche ein Leben lang praktiziert werden kann. Die Asanas lösen negative Körperhaltungen und Energieblockaden auf undmachen den Körper stark, flexibel und widerstandsfähig gegen Krankheiten. Das Resultat der regelmäßigen Praxis ist ein gesunder, kräftiger Körper, ein gereinigtes Nervensystem und ein klarer, beweglicher Geist.

»If we practice the science of yoga, which is useful to the entire human community and which yields happiness both here and hereafter – if we practice it without fail, we will then attain physical, mental, and spiritual happiness, and our minds will flood towards the Self.« (Sri K. Pattabhi Jois)